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Obst

Marktlage Kernobst

Tafeläpfel

In den Monaten April und Mai (KW 13 bis 20) gingen die Vorräte an umsatzstarken Apfelsorten am Bodensee zur Neige. Den Anfang machte die Sorte Braeburn. Nachdem Anfang April bei manchen Partien Probleme mit Fleischbräune aufgetaucht waren, wurden die Bestände konsequent aussortiert. Es folgte eine zügige Vermarktung unterstützt von zahlreichen Aktionen, sodass Braeburn bereits Ende April ausverkauft war. Deutlich entspannter endete in dieser Woche die Saison für Gala Royal. Die Sorte entwickelte sich zum Selbstläufer, erstklassige Ware erzielte im Schnitt 60 €/dt (+8 % gg. Vj.). Den stärksten Absatz brachte in den vergangenen beiden Monaten aber noch einmal Elstar, welche in 2-3 Wochen ebenfalls aus den Lagern geräumt sein dürfte.

Entsprechend verschiebt sich die Hauptnachfrage hin zu den noch reichlich vorhandenen Sorten der Jonagold-Gruppe. Von diesen lagerten zum 1. Mai knapp 24.000 t am Bodensee, immerhin mehr als die Hälfte des Gesamtbestands von rund 44.000 t. Dieser fällt damit um 11 % größer aus als im Vorjahr. Unter normalen Umständen könnte das durchaus zu sinkenden Preisen führen, zumal der Vermarktungsrückstand an der Niederelbe mit 23 % gg. Vj. noch wesentlich größer ausfällt. Hierzu ist es aber nicht gekommen, vielmehr stagnierten die Preise für erstklassiger Tafelware am Bodensee bei 53 €/dt (+1,5 % gg. Vj.). Bio-Äpfel kosteten frei Rampe Großhandel netto 141 €/dt (+13 % gg. Vj.) Dass die Preise nicht gefallen sind, liegt zum einen daran, dass Polen dank seiner erfolgreichen Vermarktung dafür gesorgt hat, dass EU-weit derzeit 2 % weniger Tafeläpfel als im Vorjahr lagern. Zum anderen aber insbesondere an den verheerenden Spätfrösten, die europaweit für eine geringere Apfelernte 2017 sorgen werden.

Mitte April wurden weite Teile Europas von strengen Nachtfrösten und intensiven Schneefällen erfasst, genau zur Zeit der empfindlichen Obstblüte. Besonders betroffen waren vielerorts die empfindlichen Kirschbäume, je nach Entwicklungsstand der Vegetation aber auch bereits erblühte Apfelbäume. Am Bodensee herrschte zum Zeitpunkt der Naturkatastrophe die Apfelvollblüte, weshalb dort mit besonders hohen Schäden gerechnet werden muss. Im nördlicher gelegenen Polen war zur selben Zeit nur die Kirschblüte betroffen, ein zweiter Kälteeinbruch Mitte Mai traf dann aber auch dort die Apfelblüte. Wie groß die Schäden in Europa ausfallen werden, kann erst nach dem Fruchtfall Anfang Juli erstmals zuverlässig abgeschätzt werden. Dennoch rechnet man allein für Baden-Württemberg mit einer Schadenssumme im dreistelligen Millionenbereich.

Es ist davon auszugehen, dass dies auch Auswirkungen auf das Preisgefüge an den Obstmärkten haben wird. So hoben die meisten wichtigen Anbaugebiete in KW 21 ihre Preise für Tafeläpfel an. Am Bodensee stellte man sich jedoch vorläufig gegen diesen Trend, da man auch die begrenzte Haltbarkeit der letztjährigen Ernte im Blick behalten muss.

In dieser Saison konnten von den Erzeugerorganisationen bislang 123.500 t Äpfel (+8 % gg. Vj.) verkauft werden, wodurch ein Gesamtumsatz von 54,75 Mio. € (+3 % gg. Vj.) erzielt wurde.



Erdbeeren

Die Erdbeersaison begann am Bodensee in KW 16 mit Kleinstmengen aus Tunnelanbau zu 690 €/dt. Bereits drei Wochen vorher war erste Tunnelware aus dem Großraum München am Markt präsent. Aufgrund der eher kühlen Witterung hielt sich die Nachfrage in Deutschland zunächst noch stark in Grenzen, es reiften aber auch nur wenige Früchte heran. Etwas größere Mengen aus deutschem Anbau waren erst Mitte Mai pünktlich zu Muttertag verfügbar und sorgten für ersten Mengendruck am Markt, sodass die Notierungen schnell nachgaben.

Ab KW 21 sorgten sommerliche Temperaturen für eine Wende. Die Freilandsaison in Süddeutschland startete, wobei die Erntemengen aufgrund von Frostschäden allerdings kleiner ausfielen als normalerweise. Gleichzeitig begann der LEH, sich flächendeckend mit deutschen Erdbeeren einzudecken, sodass sich bald ein Angebotsdefizit abzeichnete. Die Preise stabilisierten sich dadurch am Bodensee bei etwa 310 €/dt. Ein weiteres Abfallen der Preise erscheint aber möglich, sollte die Nachfrage über die Pfingstferien nachlassen und Norddeutschland in größerem Umfang lieferfähig werden.

Bis einschließlich KW 20 wurden am Bodensee nur 51 t (-19 % gg. Vj.) Erdbeeren vermarktet. Dabei wurde im Schnitt ein Preis von 355 €/dt (-9 % gg. Vj.) erzielt.



31.05.2017

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